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Hier geht es darum, Erlebnisse zu sammeln sowie Hintergründe / Motivationen aber auch Kennzahlen und Erfahrungswerte weiterzugeben.

Die Suche
nach meinem
"PERPETUUM MOBILE"
Mercedes SL R129 Final Edition #1 #1 aus der 674er Liste

#1: Meine Final Edition: Wenn's mal wieder länger dauert...

Welcher Autofan träumt nicht davon, ein Fahrzeug zu besitzen, das sowohl wahnsinnig viel Spaß macht, als auch kostengünstig betrieben werden kann? Bei neuen Autos ist diese Kombination derzeit leider kaum erreichbar, vielleicht haben sich die Geschmäcker ja verändert aber entweder die oft sehr ähnlichen oder plastikhaften modernen Fahrzeuge der Hersteller gefallen mir schlichtweg nicht, oder bei den wenigen Ausnahmen sind die Anschaffungs- und Betriebskosten - sagen wir - hochgradig unvernünftig. Ein neues Modell kam für diesen Traum also nicht in Frage. Alte Autos hingegen haben für mich oft einen gewissen Charme, selbst wenn es sich vielleicht „nur“ um einen alten Opel handelt, denn offenbar waren diese Autos ihren Besitzern so viel wert, dass sie ständig gepflegt und länger als ein normales Autoleben erhalten wurden. Da spielt beim Betrachten immer eine Mischung aus Würdigung der Vergangenheit, Verblüffung was damals schon alles schon möglich war, die Idee der zyklischen Wiederkehr von Designs und Nachhaltigkeitsdenken zusammen. Und natürlich fühlt man sich einfach auch ein bisschen in die schöne alte Zeit zurückversetzt.

Mein neues Auto sollte also ein altes werden und auf jeden Fall maximalen Spaß machen, nicht unbedingt ein Rennwagen aber doch spritzig bzw. sportlich und - wenn schon denn schon - ein Cabrio sein, denn im Sommer mit Dach zu fahren war schon vor 100 Jahren ein No-Go. Zusätzlich sollte das Auto 4 Sitzplätze haben, gut und günstig zu warten sein und wenig Wertverlust aufweisen. Nun, da gibt es leider nicht viele potentielle Young/Oldtimer. Darüber hinaus bin ich kein Fan von Fahrzeugen, die zeitlebens nur in der Garage ausharren dürfen, es musste eins werden, das ich bei Bedarf auch täglich fahren kann - und damit schieden wieder eine Reihe von Fahrzeugen aus, da deren Abnutzung durch häufige Benutzung einfach zu radikal ist.

VIER SITZE
ALS
OPTION
So kam es dann zum Mercedes SL: Viele - denke ich - wissen gar nicht, dass es den SL auch mit 4 Sitzen gab, und so ging es auch mir, er war also zunächst gar nicht im Beuteschema. Ich habe eher zufällig bei der Recherche nach anderen Fahrzeugen in einer Anzeige einen SL gesehen, der die Rücksitzbank eingebaut hatte und dann habe ich mich näher damit beschäftigt. Als Erwachsener kann man hinten nicht wirklich lange sitzen, aber für Kinder ist doch ausreichend Platz, man muss die vorderen Sitze eben ein wenig vorfahren. Der SL kam also auf einmal doch in Frage. Bei der Gelegenheit schielt man auch einmal nach rechts und links: Die SLs ab dem R230 haben natürlich noch kein Oldtimerflair - das wird sicherlich irgendwann kommen, aber so lange wollte ich nicht warten. Die R107 und seine Vorgänger finde ich zwar sehr schön anzuschauen, aber technisch sind sie doch so weit zurück, dass ich sie mir nicht als Daily Driver vorstellen konnte, es geht ja neben der Zuverlässigkeit und Streckentauglichkeit auch einfach um die Sicherheit. Der R129 passte einfach.

Ich hatte schon zur aktiven Zeit des 129ers gehört, dass er die absolute Perfektion des Fahrzeugbaus darstellt, damals hatte ich aber noch ganz andere Autos auf dem Schirm. Das Design des R129 gefällt mir vor allem deswegen sehr gut, weil es sich sowohl deutlich von den aktuellen aber eben auch von noch älteren Fahrzeugen abhebt. Leider erinnere ich mich aber auch an den „typischen“ R129 der 90er und 2000er Jahre, den tiefergelegten Schlitten mit Monsterfelgen und einer Menge Boom Boom. Von dieser „Individualisierungswelle“ sind wir glücklicherweise weg, aber bis der Restbestand von den Straßen ist, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern und bei den 230ern geschieht das gleiche wieder. So einen verbastelten Wagen wollte ich selbst jedenfalls nicht haben. In meiner Erinnerung gab es weiterhin ein bestimmtes Design des R129, das sich für mich von der Masse der 129er abhob und auf mich noch edler wirkte und von dem auch nicht so viele getunte Autos unterwegs waren. Damals konnte ich es nicht benennen, es ist aber wie ich später gelernt habe das des Mopf2. Insbesondere die Rückleuchten waren für mich der Anhaltspunkt, die etwas weniger kantige Linie ist bei mir eher unterbewusst hängengeblieben (und die gab es ja auch schon seit dem Mopf1).

Die Einstiegspreise fand ich bei den 129ern sehr verlockend und so begab ich mich zunächst auf die Suche nach einem "ganz normalen" SL, ich habe also vor allem in die Breite gesucht und probiert, etwas möglichst günstiges zu finden. Da die Rückbank (trotz des nötigen Umwegs über den Zweitmarkt und den Umstand des Einbaus und eventueller Probleme mit dem Soundsystem) grundsätzlich nachrüstbar ist, war diese erst einmal kein Filterkriterium und es war daher nicht allzu schwierig, passende Fahrzeuge zu finden, allerdings nicht vor der Haustür, sondern immer mit einiger Fahrtstrecke. Ich reise recht gerne und es war durchaus auch nett, die Verkäufer in den abgelegenen Orten kennenzulernen, allerdings gab es auch herbe Enttäuschungen bei den Fahrzeugen.

Mercedes SL R129 Final Edition US Modell Mopf2 Ein
Mopf 2
aus
den
USA
Zunächst habe ich gelernt, dass die von mir besichtigten Fahrzeuge häufig nicht aus Deutschland kamen, sondern aus den USA oder Japan stammten. Das fand ich grundsätzlich nicht problematisch, allerdings wollte ich nichts selber umrüsten und die schmale Kennzeichenmulde mit dem entsprechend steil stehenden Heckkennzeichen beim Testwagen bzw das notwendige schmale Kennzeichen im Echteinsatz haben mir leider auch nicht gefallen. Außerdem dachte ich, dass ein "Importfahrzeug" (auch wenn natürlich alle ursprünglich aus D stammen) für einen eventuellen Wiederverkauf ein potentielles Hemmnis sein könnte. Weiterhin geben viele Händler im Internet die Laufleistung in km an, vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass es Meilen sind, ärgerlich aber man lernt ja dazu.

Bei manchen Verkäufern hatte ich im Verlauf der Recherche das Gefühl, sie wollten „ihr“ Fahrzeug eigentlich gar nicht verkaufen, scheinbar fuhren sie einfach auch selber gern SL. Jedenfalls waren sie häufig schlecht erreichbar oder wollten nicht viel über die Autos erzählen, ohnehin konnte man sich bei allen von mir besichtigten Autos nicht auf den Text in der Anzeige und das am Telefon besprochene verlassen, es war manchmal im Detail aber auch häufig grob falsch und mein Fazit ist, dass man letztlich nur vor Ort beurteilen kann, ob ein Fahrzeug gut ist oder nicht, es braucht also Zeit und man sollte definitiv nicht das erste Angebot nehmen, sondern erst einmal Erfahrung sammeln und vergleichen.

Im Innenraum der Fahrzeuge findet man bei genauerem Verständnis - welches sich erst nach dem Vergleich einiger Fahrzeuge ergibt - sehr häufig klein anmutende Schäden, z.B. am Mechanismus des Brillenfachs oder durch ausgebrochene Lüftungsdüsen, abgebrochene Hebel, nicht mehr funktionierende Mechaniken etc. Was zunächst nach einer Kleinigkeit aussieht und von denen der Verkäufer behauptet, das sei "üblich", ist für mein Dafürhalten tatsächlich sehr störend, denn es blickt einen jeden Tag an, wenn man das Auto benutzt. Und gerade solche Kleinteile sind häufig viel teurer zu reparieren, als man es dem Teil ansieht - Perfektion ist vielleicht ein zu hoher Anspruch bei einem alten Auto, aber ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, irgendwann findet man einen der wirklich gut ist und bei dem eben keine Schäden vorliegen.
Ich habe diejenigen Fahrzeuge, die in die engere Wahl kamen letztlich auch noch einem objektiven technischen Test auf der Bühne unterzogen, das kostet nicht viel und war sehr gut investiertes Geld, sowohl im negativen als auch im positiven Fall. In Sachen Motor hatte ich keine spezielle Präferenz, er musste eben spritzig sein aber auch alltagstauglich, ich habe im Laufe der Zeit sowohl den 280er, den 500er und auch den 320er gefahren und für mich festgestellt, dass sie alle gut zu meinen o.g. Anforderungen passen, wenn man ihre Vor- und Nachteile entsprechend abwägt.

Die meisten Autos waren substanziell in Ordnung, eines der Autos ist mir bei der Probefahrt allerdings fast gestorben, laut Händler war dieser Vormopf natürlich trotz des günstigen Preises in Top Zustand, als ich vom Hof fuhr dachte ich aber schon "gute Güte", extrem schwammige Lenkung, die Kiste schaukelte wie ein Boot in rauher See. Zweiter Gedanke: Egal, bei dem Preis kann man mal ein Auge zudrücken, ist ja schließlich ein altes Auto, da müssen eben ein paar neue Stoßdämpfer rein... Nach rund 5km Probefahrt allerdings fand ich mich inmitten einer riesigen weißen Rauchwolke wieder, die kräftig aus dem Motorraum blies. Ich musste das Auto letztlich sogar abstellen, weil ich kaum noch etwas sehen konnte. Einen Feurlöscher gab es nicht, aber zum Glück auch keine offenen Flammen :-). Ich habe dann ein paar Minuten gewartet und es hat sich wieder beruhigt. Anschließend bin ich im Kriechgang auf dem kürzesten Weg zurück zum Händler, der hatte natürlich überhaupt keine Erklärung dafür, was da los sei, immerhin hat er nicht behauptet, ich hätte den Wagen kaputt gemacht grrr…
Danach hatte ich jedenfalls die Nase voll von ganz billigen R129, ich bin ja nicht lebensmüde.

Die längste Überlegung hatte ich bei einem Mopf1, der mir wirklich gut gefallen hat, er fuhr sich einfach sehr gut, war recht günstig und hatte eine sehr gute Ausstattung mit Rückbank und Panoramadach, außerdem war er sauber und nach meiner persönlichen Sichtprüfung auch technisch in Ordnung. Der rasselte dann aber leider beim Bühnentest krachend durch - Schaden an der Zylinderkopfdichtung, nur von unten zu sehen, oben schön sauber gewischt, wie gesagt gut investiertes Geld. Die weiteren Fahrzeuge, die ich mir in Folge angeschaut habe, waren zwar in Ordnung, haben mich aber irgendwie nicht richtig gepackt, bis ich dann eine SL320 Final Edition gefunden habe.

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Mercedes SL R129 Final Edition Verbrauch
Final Edition liest man ja recht oft in den Anzeigen, aber es ist leider häufig schlichtweg falsch was in den Anzeigen steht. Es sind de facto keine Final Editions und somit vollkommen irreführende Anzeigen und Bilder. Außerdem kann man sich anhand von Bildern ohnehin kaum eine Vorstellung machen, was eine echte Final Edition alles kann. Ich jedenfalls war von der unerwarteten und schieren Pracht des belederten und hölzernen Innenraums sofort total begeistert, außerdem war es der erste SL den ich angeschaut hatte, der auf den originalen AMG Styling 1 Felgen stand, was auch äußerlich sehr viel sportliches Mercedes Flair versprühte. Zu der Zeit hatte ich auch bereits verstanden, welcher der R129 denn nun für mich so edel aussah, wie ich ihn grob anhand der Rückleuchten in Erinnerung hatte - eben der Mopf2. In der Kombination mit den Final Edition Elementen war er für mich einfach unwiderstehlich und so wusste ich: So einen R129 oder keinen!

Dieser Wagen fuhr sich absolut fantastisch - einfach eine satte und präzise Straßenlage mit überlegenem Handling. Der 320er bot eine tolle Beschleunigung und war dabei vom Gewicht her perfekt ausbalanciert. Man kann zwar vielleicht nicht so schaltfaul wie mit einem 12-Zylinder gleiten, aber per Automatik oder im manuellen Modus einen Gang runterzuschalten finde ich gehört zum sportlichen Fahren auch einmal dazu. Ob auf dem Papier dann theoretisch die eine oder andere Sekunde mehr von 0 auf 100 vergeht als bei einem "reinrassigen" Sportwagen ist mir relativ egal, solange ich mühelos überholen kann und das Grinsen beim gelegentlichen Sprint dauerhaft erhalten bleibt. Die Geräuschentfaltung ist beim 320er wie bei allen R129 SL Motoren sehr unaufdringlich, er klingt angenehm satt, die 224 PS hört man ähnlich wie beim vorher gefahrenen 500er nicht wirklich heraus, der SL wünscht eben dezent aufzutreten. Für mich vereinte diese Kombo dann auch genau meine Idee, täglich unbesorgt fahren zu können, nicht auf die Benzinpreise schielen zu müssen und auch im Hinblick auf Reparturen und Wartung keine Frustrationen zu erleben.
Das Cabriodach war noch in fast Neuzustand und das Fahrzeug war insgesamt rundum super gepflegt, es hatte die Rücksitzbank die ich unbedingt wollte (die kann man bei der Final Edition wegen des besonderen Leders und der Ziernähte auch nicht so problemlos nachrüsten), das Panoramadach und noch einigen anderen Schnickschnack und war im absoluten Originalzustand. Also auf in die Werkstatt und zu dem bangen Moment, wo er auf die Bühne ging - bitte nicht wieder so eine Enttäuschung wie bei dem oben genannten. Dann Entwarnung, zum Glück nur zwei Kleinigkeiten zu machen, die hat der Händler auch prompt erledigt. Also gekauft und glücklicherweise nie bereut.

Mercedes SL R129 Final Edition und 560 SLC in 040 schwarz
Cousins auf Tour
Jetzt ist es einfach traumhaft mit dem Final durch die Lande und die Stadt zu düsen, egal ob allein, zu zweit oder im Konvoi mit anderen gleichgesinnten, ein ganz entspanntes Fahren, im Sommer den Fahrtwind um die Ohren und im Winter mit dem Panoramadach schön leise wie in einem hellen Coupe unterwegs zu sein. Und das tolle ist: Die Final Edition ist so wie sie ist einfach perfekt. Es gibt nichts, was ich vom Design her oder anderweitig verändern oder aufhübschen wollte, so ist einfach purer Genuß angesagt. Was mir auch sehr schnell auffiel ist, dass auch die anderen Verkehrsteilnehmer und Passanten ganz positiv und freundlich auf den schönen alten Wagen reagieren, so wird man auch in fremden Städten öfter einmal gegrüßt oder mit einem netten Lächeln bedacht oder bekommt die Vorfahrt geschenkt, man wird nicht angehupt wenn man sich vielleicht doof angestellt hat oder bei einem Manöver etwas zu optimistisch war und manchmal hat man auch das Gefühl, wenn die Leute neben dem Auto stehen bleiben und ihn sich von außen ganz genau anschauen oder auch mal mit der Hand die Spiegelung abschirmen, um in den Innenraum zu blicken, dann denken sie an die schönen alte Tage zurück - einfach nett. Letztens habe ich den Wagen zum Sattler gebracht, weil ich einen Sitz leicht beschädigt hatte und der gute Mann war schier begeistert vom belederten Innenraum, so hatte er das wohl bei einem R129 noch nicht gesehen. Es macht einfach immer Spaß, wenn auch andere voll in ihrem Element sind und ins Schwärmen über die schönen alten Autos kommen.

Zurückblickend muss ich sagen, dass die Final Edition in der Anschaffung zwar natürlich mehr gekostet hat als z.B das abrauchende Superschnäppchen aus meinem oben beschriebenen Erlebnis, aber die ewige Suche nach dem perfekten Oldie hat dann eben endlich auch mal ein freudiges Ende gefunden und man muss nicht schon wieder auf den nächst schöneren schielen. Außerdem kann man wirklich jeden Tag beruhigt fahren, der Wagen verliert bei üblichen Laufleistungen keinen Wert und benötigt bei gutem Zustand auch kaum Investitionen. Auf längere Sicht ist er somit gegenüber anderen Young/Oldtimern nicht nur ein optimales Spaßmobil, sondern auch nahezu konkurrenzlos günstig.

Ein kleines Update noch nach rund 15.000km und entsprechend größerer Erfahrung. Der gewählte 3,2l V6 Motor macht noch immer sehr viel Spaß - ich bin sehr froh, dass ich mich für diese mittlere Variante entschieden habe. Er hat eine tolle Power, ist absolut haltbar / robust und ist im Alltag günstig zu betreiben. So habe ich kein schlechtes Gewissen auch ganz normale Besorgungen damit zu machen, denn es ist es eben nicht so, dass jede Fahrt immer gleich 10 Euro mehr kostet, als wenn ich mit dem Vernunftmobil gefahren wäre. Auch das Handling mit der Automatik passt für mich, der SL hat sich insgesamt sowohl auf der kurz- als auch auf der Langstrecke sehr bewährt, selbst mit den Kindern auf der Rückbank geht es gut. Und so macht die Final Edition das ganze Jahr über Freude, natürlich sensationell als Cabrio im Hochsommer (dann auch gerne ohne Windschott), im Frühling / Frühherbst per Schott und Scheiben oben schön warm eingepackt und unerwarteterweise selbst im Winter wegen des tollen Panoramadachs der absolute Hit.

Hier noch ein paar Verbrauchsangaben und Kostenfaktoren zur Orientierung:
Mercedes SL R129 Final Edition Lederausstattung designo Exklusiv



Designo Brillantschwarz
Mercedes SL R129 Final Edition #11 #11 aus der 674er Liste

#11: Schmuckstück


Die Final Edition ist unfallfrei und wurde lediglich an der vorderen Stossstange einmal beilackiert.
Die Domverlängerung war im Bereich des Rollos an verschiedenen Stellen gerissen und wurde, da das Teil nirgendwo zu beschaffen war, in einer Edelholz Werkstatt absolut perfekt restauriert.

Mein SL wurde nie im Winter gefahren, er war immer mit Saisonkennzeichen zugelassen. Das Auto macht einen riesengroßen Spaß, aber das ist ja schon bekannt.

R129 Final Edition Silver Arrow



Der Silberpfeil
Mercedes SL R129 Final Edition #12 #12 aus der 674er Liste

#12: Die offene S-Klasse

Als jahrelanger S-Klasse Fahrer (W140) wurde nun der lang gehegte Wunsch, ein offenes Auto fahren zu wollen, sehr groß.

Und da der SL R129 in die Zeit des W140 gehört und mit ihm eng verwandt ist, lag es nahe, mich mit diesem Auto zu befassen. Und beim Beschäftigen mit der Materie reifte die Erkenntnis, dass ein Final Edition sehr schön wäre. Allerdings war es für mich vordergründig eine Frage des Zustandes. Und dieser passt.

4000 km sind inzwischen im April 2018 abgespult und das Grinsen wird immer breiter.

Ein paar Aufbereitungsmaßnahmen und Schönheits- und Vorsorgereparaturen haben aus ihm das Schmuckstück gemacht, dass ich mir gewünscht habe.




Die ewige Final Edition
Mercedes SL R129 Final Edition #14 #14 aus der 674er Liste

#14: Der treue Begleiter

Im Jahre 2001 wollte ich einen neuen Mercedes SL kaufen, unter anderem auch wegen der Sorge um eventuelle Kinderkrankheiten des neueren R230 fiel meine Wahl auf eine klassische Final Edition. Seitdem schätze ich das tolle Design und die Fahreigenschaften - und so ist das Fahrzeug noch heute in meinem Besitz, es hat mich nie im Stich gelassen, außerdem hat es sich bereits in vielerlei Hinsicht bezahlt gemacht...

Zunächst einmal durch den Umstand, dass das Fahrzeug dank seiner 10jährigen Baureihenhistorie natürlich wie erhofft absolut ausgereift war und sich somit über die 17 Jahre stets pflegeleicht, zuverlässig, ohne größere Problemstellen und mit dem 320er Motor als sehr gut wartbar dargestellt hat - ein Umstand, der auch von meiner Fachwerkstatt immer wieder gepriesen wird.

Des weiteren aber auch, weil ein zunächst ärgerlicher - aber am Ende doch versöhnlich gelöster Fauxpas passierte:

Die Auslieferung meiner Final Edition an die Mercedes-Benz Niederlassung erfolgte etwa einen Monat früher als ursprünglich geplant. Da ich diesen Monat jedoch noch mit meinem alten Fahrzeug verbringen und vor allem nicht beide Autos gleichzeitig betreiben wollte, bat ich darum, das neue Auto erst - wie ursprünglich gedacht - einen Monat später in Empfang zu nehmen - meine Vorfreude auf die Final Edition wurde so nur umso größer. Dieser Bitte wurde natürlich entsprochen, das Autohaus fragte daraufhin an, ob sie das besondere Stück in dieser Zeit vielleicht in ihrem Verkaufsraum ausstellen dürften. Ich willigte als freundliche Geste ein, allerdings natürlich unter der Bedingung, dass das Fahrzeug geschützt wird, d.h. mit aufgesetztem Hardtop und verschlossenen Türen präsentiert wird, so stand also die Vereinbarung.

Eines schönen Tages dieses Monats fahre ich nun an einem der drei Standorte dieser Niederlassung vorbei und denke mir: Schauen wir doch einmal herein, was es so neues beim Daimler gibt. Zu meiner großen Überraschung finde ich hier an prominenter Stelle eine sehr schicke Final Edition vor, frei für jedermann zugänglich und mit offenem Dach. Natürlich erregte das Auto bei den Besuchern großes Interesse und so sehe ich gerade, wie sich eine mehrköpfige Familie hineinsortiert.

Meine erste Überraschung wich sehr schnell herber Enttäuschung, denn es handelte sich tatsächlich um mein Fahrzeug. Abgesehen von Beschädigungen, die an dem neuen Auto hätten entstehen können (tatsächlich blieb glücklicherweise alles intakt) ist es natürlich eine absolute Spaßbremse, wenn man sein neues 157.000 DM Auto nicht auch als Erster in Empfang nehmen kann. Diesen - übertrieben gesprochen - „heiligen Moment“ des ersten Zusammentreffens nicht voll auskosten kann, dem jeder Autofanatiker nach der Bestellung entgegensehnt - einfach zunichte gemacht. Stinksauer wurde also der Geschäftsführer konsultiert und nach einigen Entschuldigungen aber ohne echte Lösung habe ich dann schlicht auf ein neues Auto bestanden. Jeder von uns weiß natürlich aus heutiger Sicht, dass es damals keine weiteren Final Editions mehr gab, der Händler konnte dem also gar nicht entsprechen. Nach einiger Bedenkzeit hat er dann aber den Fehler eingeräumt und mir eine ordentliche Entschädigung zugestanden - 10.000 Euro. Das ganze war damals zwar ein echter emotionaler Tiefschlag, zurückblickend jedoch auch ein wirklich gutes Geschäft.

Den Kauf der Final Edition habe ich niemals bereut, natürlich kam aber auch mir (nach rund 14 Jahren Besitz) auch einmal der Gedanke, das Fahrzeug vielleicht doch gegen ein neues einzutauschen. Als ich davon erzählte kamen allerdings in kürzester Zeit dermaßen viele Bekannte auf mich zu, mit dem natürlich freundlichen Interesse, das Auto zu übernehmen, dass ich es nicht mehr abgeben konnte. Ich bin heute sehr froh, nach dieser Rückversicherung an meiner Final Edition festgehalten zu haben, denn ein neues Fahrzeug derartiger Qualität ist einfach nicht mehr zu bekommen, es gibt für mich nichts besseres.

Noch eine kleine Indikation für die Unterhaltskosten von meiner Seite: Eine kürzlich durchgeführte Inspektion (Service Umfang A bei 168.000km) hat bei meiner authorisierten Fachwerkstatt 450,- Euro gekostet.




Der Handschalter
Mercedes SL R129 Final Edition #15 #15 aus der 674er Liste

#15: Der Handschalter

Bei meinem brillantschwarzen 2000er handelt es sich um eine Final Edition in der Variante SL 280. Der Wagen ist so praktisch, dass ich ihn in den warmen Monaten als ganz reguläres Alltagsauto nutze, dabei auch gerne einmal vollgepackt oder im Einsatz für unsere Urlaubsfahrten - einfach großartig.

Jeder weiß, dass der SL grundsätzlich kein Leichtgewicht ist, die Final Edition fährt sich mit ihrem modernen V-Motor - auch im Vergleich zu meinen Erfahrungen mit den Vormopf bzw. Mopf1-SL 280 Modellen mit den ursprünglichen Reihenmotoren - allerdings ganz hervorragend. Ich nutze neben der Final Edition einen weiteren R129, einen SL 320 Mopf 1 Automatik mit einem Reihensechszylinder. Auch ein tolles Auto aber ich bevorzuge doch meist die Final Edition, denn sie liegt mit ihrem V6 im Verbrauch eben erfreulich niedriger, im Schnitt benötigt sie nur etwa 10 Liter Benzin auf 100km und das macht bei heutigen Spritpreisen schon einen Unterschied. Ansonsten bietet der Wagen alle bekannten Vorzüge des R129, nämlich tollen Fahrspaß und Komfort, viel Platz und die exzellente aktive und passive Sicherheit.

Die Besonderheit, über die ich bei meiner Final Edition berichten kann ist natürlich die manuelle Schaltung (insgesamt nur vier mal verbaut). Ob man lieber selber schaltet oder den Automaten nutzt ist sicherlich auch eine Geschmacksfrage, ich jedenfalls mag beide Varianten. Die Kombination aus Kupplung und Handschaltung bietet einige Vorzüge, so gibt es im Vergleich zur Automatik selbstverständlich keine Übertragungsverluste und es ist jederzeit wirklich der gewünschte Gang eingelegt. Ich möchte nicht hoffen, dass ich dies je benötigen werde, aber auch ein Anschleppen des Autos wäre möglich.
Auf der anderen Seite ist beim SL die manuelle Schaltung nicht ganz so kurzwegig-flutschend wie man es vielleicht bei anderen Herstellern schon einmal erlebt hat, die Kupplungskräfte sind ein wenig hoch und auch die Schaltwege dürften gerne ein wenig kürzer sein, dafür schaltet sich das Getriebe allerdings sehr schön präzise.
Der ganz große Punkt beim manuellen Getriebe ist meines Erachtens die Einfachheit der Konstruktion gegenüber einer Automatik. Das Fahrzeug kommt mit dieser Kombination auf ein sehr niedriges Wartungs- und gegebenenfalls auch einmal Reparaturkostenniveau.



Ausfahrt mit der R129 Final Edition

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