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Mercedes SL R129 Final Edition vor Mercedes-Benz Autohaus

"Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht" - S. Stone

Exterieur

Curves

Für die letzte Sonderserie des R129 SL bot Mercedes-Benz die allerfeinsten Materialien auf, sie wurde äußerlich und im Innenraum so differenziert, dass sie für den Enthusiasten schnell zu erkennen war, ohne dafür - wie man so schön sagt - "ein Feuerwerk an Bling Blings" zu installieren. Was unterscheidet die Final Edition im Außenbereich von anderen R129 Mercedes SLs?

Farben und Lacke

Zunächst wurden für die Final Edition zwei exklusive Sonderlacke aufgelegt: Zum einen der Farbton "Designo Brillantschwarz Metallic". Das französische Wort brillant bedeutet bekanntermaßen glänzend, glitzernd und leuchtend - und genau so präsentiert sich das brillantschwarze Fahrzeug: Durch die in den Lack eingebrachten metallenen Partikel kommt es in einem sehr frisch wirkenden, satt glänzenden Schwarz daher.

Mercedes SL R129 Final Edition designo Brillantschwarz Mercedes SL R129 Final Edition designo Brillantschwarz Mercedes SL R129 Final Edition designo Brillantschwarz Designo
Brillantschwarz
Metallic

Als weitere Sonderfarbe konnte der Kunde 'Silver Arrow' wählen - welches nicht mit dem gleichnamigen US-Editionsmodell verwechselt werden sollte, das zu einer ähnlichen Zeit, aber mit deutlich anderer Optik (Lack auch in Silver Arrow, andere Felgen, im Innenraum schwarz / silberne Bi-Color Sitze, silbernes Leder am Lenkrad, Aluminium im Hintergrund des KI etc.) allein für den amerikanischen Markt gebaut wurde.

SILVER ARROW
IST NICHT
SILVER ARROW
Mercedes SL R129 Final Edition in der Farbe Silver Arrow
Der Lack Silver Arrow ist wie Brillantschwarz ein glänzend strahlender Lack und wirkt damit sehr lebendig. Ein praktischer Nutzen der beiden Metalliclacke liegt darin, dass sich die Final Editions sehr gut sauber halten lassen. Zwar ist insbesondere Schwarz für die Autopflege nie eine besonders dankbare Farbe, aber diese Fahrzeuge strahlen dank der Metallicpartikel auch nach einigen Tagen ohne Wäsche noch immer viel Eleganz aus.

Auf Wunsch war die Final Edition auch in den regulären Standardfarben des R129 bestellbar, die meisten Käufer haben sich jedoch für die oben genannten exklusiven Farben entschieden.

Die nachfolgende Tabelle bietet eine Übersicht der Final Editions nach Außenfarben. Dem aufmerksamen Betrachter wird hier nicht entgehen, dass nicht nur die allgemein von Mercedes proklamierten 674 Fahrzeuge, sondern sogar 693 Exemplare beschrieben sind. Unter diesen - auf Basis der Datenkarten ausgewerteten - Fahrzeugen sind auch Testwagen, bzw. Fahrzeuge für Pressevorführungen oder Logistiksteuerungen berücksichtigt. Bei diesen ist nicht klar, ob sie wirklich in den Verkauf gegangen sind. Bis in unserer Sammlung die Zahl von 674 Fahrzeugen tatsächlich überschritten wird, werden hier daher auch weiterhin die offiziellen 674 angenommen.

Farbe Brillantschwarz Mysticblau Unischwarz Smaragdschwarz Obsidianschwarz Tansanitblau Bernsteinrot Magmarot Brillantsilber Silver Arrow TOTAL
CODE 025 032 040 189 197 359 548 586 744 777
SL 280 33 2 3 18 34 90
SL 320 210 2 9 24 4 3 2 29 155 438
SL 500 73 1 1 4 9 3 2 12 57 162
SL 600 2 1 3
TOTAL 318 1 3 15 36 7 3 4 59 247
 
BILD Mercedes SL R129 Final Edition Brillantschwarz NOCH KEIN BILD VORHANDEN NOCH KEIN BILD VORHANDEN NOCH KEIN BILD VORHANDEN Mercedes SL R129 Final Edition Obsidianschwarz NOCH KEIN BILD VORHANDEN NOCH KEIN BILD VORHANDEN Mercedes SL R129 Final Edition Magmarot Mercedes SL R129 Final Edition Brillantsilber Mercedes SL R129 Final Edition Silver Arrow MAUSZEIGER / TOUCH FÜR ZOOM

Überblick der gelieferten Modelle und Farben

Felgen und Bereifung

18" AMG STYLING I

Alternative
glanzgedreht

18" Spritzschutz
Im Hinblick auf die Felgen setzte Mercedes bei seiner Final Edition auf den Rennsportpartner AMG. Dieser legte eine besonders dynamische und sehr große 18 Zoll Felge auf: Die AMG Styling I.

Ursprünglich konnte der R129 diese Radgröße gar nicht tragen, um also die großen 18 Zöller zu ermöglichen, musste die Karosserie anders gearbeitet werden, indem die Radkästen weiter ausgestellt und in diesem Bereich andere Schrauben mit flachen Köpfen verwendet wurden. Der Rand der Kotflügel der Final Edition wurde in einem Winkel von 110° gebördelt, weiterhin hat Mercedes - um einer damals eingeführten gesetzlichen Anforderung zum Spritzschutz zu genügen - an den hinteren Radkästen jeweils vor der Stoßstange eine kleine Verbreiterung in Form einer lackierten Leiste angebracht. Diese fängt das Spray der großen Räder besser ab und bildet einen sanfteren optischen Übergang von der breiter wirkenden Karosserie zum Stoßfänger. Dank der großen Räder und der kleinen Applikationen sieht das Fahrzeug im Bereich der Radkästen nochmals sportlicher aus. Wer sonst noch mit einem R129 Felgen solcher Größe fahren wollte, der konnte ab Werk eine entsprechende Rohbauänderung ordern (Optionscode 774).

Die AMG Styling I Leichtmetallräder der Final Edition sind in einem mattem "Sterling" silber lackiert. Die genaue Bezeichnung bzw. die Maße der Felgen für die Vorderachse lauten 8,5 J x 18 ET 25, die Breitreifen haben die Größe 245/40 ZR 18. Für die Hinterachse liegen die Werte bei 9,5 J x 18 ET 23 mit Reifen der Größe 275/35 ZR 18.
Interessanterweise weichen diese tatsächlich an den Fahrzeugen verbauten Rad-/Reifengrößen von den in den jeweiligen Bestelldaten und auch in den Datenkarten unter der Ziffer 795 angegebenen Werten ab, dort steht fälschlicherweise VA 8,5 J x 17 ET 18 HA 10 J x 17 ET 17 mehrteilig 4fach mit Breitreifen VA 235/45 HA 255/ 40.
Statt des standardmäßig einfachen Chromsterns in der Mitte ziert den Rand der Radnabenabdeckung der Final Edition ein zusätzlicher, klassischer blauer Lorbeerkranz im Stil des Emblems auf der Motorhaube.

Von Werk aus waren optional auch eine mehrteilige Felge mit etwas breiteren Streben (welche verwirrenderweise auch Styling I genannt wurde) sowie das leicht kantigere Styling II verfügbar. Darüber hinaus gab es jeweils eine Variante aller Felgen mit sogenanntem glanzgedrehten Außenhorn, hier wurde der äußere Teil des Felgenbetts glänzend poliert anstatt matt lackiert.

Beleuchtung

Xenonscheinwerfer
und
Reinigungsanlage
Als deutliches Sicherheitsplus verfügt die Final Edition serienmäßig über Xenonscheinwerfer inklusive einer mit Wischwasser arbeitenden Reinigungsanlage sowie einem Paar sehr charmant anzuschauenden kleinen Scheinwerferwischern. Die Klargläser der Scheinwerfer wirken mitsamt ihrer weißen / transparenten Blinkeinheit gegenüber den klassischen gelb / orangenen Blinkern der ersten R129 Generation deutlich moderner und für die Final Edition auch stimmig. Tatsächlich wirkt der R129 gerade als Mopf2 auch heute noch relativ zeitgemäß - Bruno Sacco ist tatsächlich das Kunststück gelungen, die Geschmäcker vieler Generationen zu treffen. Die Scheinwerferwischer sind dabei jedoch ein sehr individuelles Retro-Element, das man an jüngeren Fahrzeugen natürlich nicht mehr findet. Und wer bei Dunkelheit einmal die Wisch-Wasch-Automatik betätigt, der erhält dieses schöne Lichtflackern auf der Fahrbahn, bei dem die Besitzer schon wieder grinsen müssen.

Die Leuchtkraft der herkömmlichen R129 Scheinwerfer wurde mit dem Xenonlicht glatt verdoppelt - sie ist für ein Fahrzeug dieser Zeit hervorragend und auch heute noch sehr souverän. Dank der automatisierten, dynamischen Leuchtweitenregulierung sind die Xenon Scheinwerfer weiterhin wartungsarm und niemand wird durch falsch eingestellte Leuchten geblendet.

Soft- und Hardtop

PRAXISTIPP: ÜBERWINTERUNG

MANCH ERFAHRENER R129 BESITZER LEGT ZUM SCHUTZ DER KUNSTSTOFFFENSTER VOR KNICKEN UND BLINDEN STELLEN EINE HANDELSÜBLICHE SCHWIMMNUDEL MIT IN DAS SICH EINFAHRENDE STOFFDACH
Standardmäßig besitzt die Final Edition ein schwarzes, sehr praktisches, dreifenstriges Stoffdach, welches vollständig automatisiert und kunstvoll in der Ablage hinter der Fahrgastzelle verschwindet. Ein Autor formulierte den Dachöffnungmechanismus rückblickend besonders schön: Damals stand Beobachtern der Mund vor Staunen offen, wenn die Arztgattin vorm Café mit perfekt manikürten Fingernägeln einen Knopf betätigte und damit sechs Verschlüsse, 17 Endschalter und elf Magnetventile aktivierte, um ihren Mercedes theatralisch zu entblättern. Erst lösen sich mit leisem "Klack" die Arretierungen hinter dem Passagierabteil. Dann macht sich die gespannte Stoffmütze ein bisschen locker, räkelt sich, schwingt wellenförmig über den toupierten blonden Haarschopf der Pilotin, während sich der Staukasten-Deckel hebt, woraufhin alles, akkurat gefaltet, verschwindet.*

Mercedes SL R129 Final Edition Hardtop Final
Edition
Hardtop
Zu einem guten SL gehört neben dem Stoffdach selbstverständlich auch das alternativ aufzusetzende Hardtop. Der Mercedes bekommt mit dem Hardtop einen verblüffend anderen, sehr edlen und coupehaften Winterlook. Überraschenderweise sieht man das Hardtop in freier Wildbahn nur recht selten, vermutlich aber weniger, weil es nicht verfügbar ist, sondern eher deswegen, weil die Fahrzeuge in den Wintermonaten schlicht weniger gefahren werden und einige aufgrund der wenigen Fahrgelegenheiten den Aufwand scheuen, das Dach aufzusetzen. Die meisten Kunden jedenfalls besitzen ein Hardtop, auch wenn es beim R129 zeitweise gegen Minderpreis abbestellbar war, denn trotz des Umstands der Lagerung und der Montage fährt es sich in den Wintermonaten mit hartem Dach einfach deutlich ruhiger, souveräner und natürlich auch schlicht wärmer. Es gibt so manchen SL Fahrer, der das Dach nach dem Winter gar nicht mehr abnehmen möchte. Bei frostigen Temperaturen erfreut man sich außerdem daran, dass die Scheiben des Hardtops wirklich aus Glas sind, und dass diese eine zusätzliche Heckscheibenheizung besitzen. Echte Puristen fahren natürlich immer ganz offen...

An den Säulen
beledertes
Final Edition
Hardtop
Mercedes SL R129 Final Edition Standarddach Hardtop Mercedes SL R129 Final Edition Standarddach Hardtop
Das Hardtop der Final Edition wurde gegenüber der Version des regulären R129 ein wenig aufgewertet, indem auf der Innenseite der B- und der C-Säulen eine mit einer schwarzen Ziernaht versehene Belederung aufgebracht wurde, welche die auf der Interieurseite beschriebene Belderung der A-Säulen und somit den Gesamteindruck des Innenraums auch im Bereich des Hardtops fortsetzt.

Das Panorama Glasdach
Lass die Sonne rein...

Im Vergleich zum Standardhardtop gab es ein vielleicht noch größeres Highlight, welches bei etwa 15% der R129 Final Editions geliefert wurde: Das Panorama Glasdach.


Der obere Teil des Daches ist hier von vorne bis hinten komplett aus Glas (Heckscheibe Verbundglas) gearbeitet und bietet den Passagieren so einen Hauch von Cabrioerlebnis trotz geschlossenenen Dachs. Es besitzt eine leichte Tönung zur Wärmedämmung, von innen kann man komplett ungehindert durchschauen, von außen hingegen sieht es fast schwarz aus und kann so bei schwarzen Fahrzeugen eigentlich nur bei Nacht und eingeschalteter Innenbeleuchtung als Panoramadach erkannt werden. Das Glasdach bringt deutlich mehr Licht in den Innenraum, durch einen einrollbaren Sonnenschutz kann etwaige Hitze ausgesperrt werden.

PANORAMADACH
UND
RÜCKSITZE
Gegenüber dem Standardhardtop besitzt das Panoramadach eine etwas andere, elegante und weniger kantig abfallende Seitenlinie. Es hat deutlich größere seitliche Fensterflächen aus Sicherheitsglas. Durch das Fehlen eines Dachhimmels bietet es ganz nebenbei auch mehr Kopffreiheit, was Personen um die oder über 1,90m Körpergröße sehr zu schätzen wissen. Da das Glas sich anders als bei einem Schiebedach oder einem zurückfahrbaren Panoramadach tatsächlich über die gesamte Länge erstreckt, können sich auch die Mitreisenden auf den Rücksitzen an einem wesentlich freieren Blick erfreuen. Bei der Montage des Panoramadachs sollte man einen starken zweiten Mann bemühen, denn das Gewicht ist hier noch um einiges höher, als bei einem Standarddach. Der stolze Aufpreis des Glasdachs zum geschlossenen Hardtop der Final Edition lag damals bei umgerechnet 2.801,40 Euro - so blieb auch dieses Element letztlich beim R129 etwas seltenes und besonderes. Wer noch keines hat und jetzt Lust bekommen hat: Ab und zu findet man diese Dächer in Versteigerungen, man sollte dabei Acht geben, dass auch das richtige Dach gekauft wird, denn es gibt tatsächlich verschiedene Modelle, man beachte insbesonders die Farbe der Zierleisten. Nur etwa 6% ALLER R129 wurden mit einem Panoramadach ausgeliefert, das Angebot ist also relativ begrenzt.

Weitere Final Edition Besonderheiten

Verchromtes
Windschott

und

Beleuchteter
Einstieg
Mercedes SL R129 Final Edition Windschott Mercedes SL R129 Final Edition beleuchteter Einstieg
Als weiteres feines Detail der Final Edition ist das besondere Windschott zu nennen, welches statt eines schwarzen einen hochglanzpolierten Chromrahmen erhielt. Auf dieses Final Edition Windschott sollte man besonders gut aufpassen, denn es kostet bei Mercedes mittlerweile 995,- Euro, wenn es denn einmal wieder lieferbar ist.
Der R129 war (Weltneuheit!) das erste Cabriolet mit einem Windschott. Dieses reduziert die Fahrtluftverwirbelungen im Innenraum ganz erheblich. So werden mit offenem Dach bei aufgestellten Fenstern die Frisuren der Insassen dank des aufgerichteten Windschotts nicht mehr umgestaltet und ein angenehmes offenes Fahren auch bei sehr viel kühleren Außentemperaturen ermöglicht. Das R129 Windschott lässt sich im Handumdrehen auch während der Fahrt manuell auf- und zuklappen, einzig der Zustieg zu den Fondsitzen (sofern vorhanden) ist bei Einsatz des Windschotts nicht möglich, da es quasi über der Rückbank aufliegt. Für diesen Fall kann das Windschott aber problemlos und platzsparend in seiner eigens dafür reservierten Kofferaummulde untergebracht werden.

Beim Ein- und Ausstieg wird außerdem eine weitere Spezialität der Final Edition sichtbar: Fahrer und Beifahrer werden beim Öffnen der Türen von in den Schwellern integrierten, beleuchteten "SL final edition" Schriftzügen empfangen.
Die leuchtende Schrift auf dem Edelstahl ist ein echter Hingucker. Leider gibt es nur noch sehr wenige Fahrzeuge, bei denen diese Elemente noch heute einwandfrei arbeiten. Scheinbar liegt hier eine der - glücklicherweise sehr wenigen - technischen Schwachstellen des R129 bzw. Final Editions vor. Für begabte Besitzer gibt es in den einschlägigen Foren bereits interessante Ideen, wie die hier verwendeten Leuchtfolien wieder zum Strahlen gebracht werden können.

Zu guter Letzt findet man außen an den vorderen Kotflügeln auch noch das "finale" Erkennungsmerkmal: Das Sondermodell erhielt je eine dezente Plakette mit der Aufschrift "final edition".

Mercedes gab seinen Kunden natürlich die Möglichkeit, auch das Sondermodell noch weitergehender zu individualisieren, die meisten Kunden waren von der vorgedachten Designkombination allerdings offensichtlich begeistert und so haben nur zwei Fahrzeuge tatsächlich eine Modifikation im Außenbereich aufzuweisen: Bei diesen ist das Stoffdach nicht wie üblich schwarz, sondern wurde entsprechend ihres blauen Lacks mit einem dunkelblauen Verdeckstoff ausgeliefert.


Fazit

Die Final Edition zieht im Außenbereich vor allem dank der strahlend scheinenden Sonderlacke und den lackierten, großen und breiten Felgen mit ihrer zwar sportlichen aber dabei nicht übertriebenen Wirkung die Blicke auf sich, das moderne Xenonlicht rundet den gehobenen Touch der letzten 129er gebührend ab. Auf der folgenden Seite wird das Spektakel gezeigt, das sich Mercedes für den Innenraum der Final Edition einfallen ließ.


*Leicht abgewandelt entnommen aus: Autobild Klassik https://www.autobild.de/klassik/artikel/mercedes-sl-320-r-129--3699092.html


Mercedes SL R129 Final Edition Plakette